Banco Popular de Ahorro (BPA) Kuba: Konten, MLC-Karten und Überweisungen
Die Banco Popular de Ahorro, kurz BPA, ist eine der drei großen Banken Kubas und betreut den Alltag der meisten Kubaner. Sie ist die Bank, auf der Gehalt, Rente und Sozialleistungen ankommen, und sie betreibt das dichteste Filialnetz der Insel. Wer aus Europa Geld nach Kuba schickt, landet fast zwangsläufig bei einer dieser drei Banken — und in vielen Fällen ist es die BPA.
Dieser Ratgeber erklärt, was die BPA ist, welche Konten und Karten sie anbietet, wie sich die Bank von BANDEC und Banco Metropolitano unterscheidet und worauf Sie achten sollten, wenn Sie Angehörigen Geld auf ein BPA-Konto überweisen möchten.
Was ist die Banco Popular de Ahorro?
Die BPA wurde am 18. Mai 1983 per Dekret-Gesetz Nr. 69 des kubanischen Staatsrats gegründet. Ihr Auftrag war von Anfang an klar: die Ersparnisse der kubanischen Bevölkerung verwalten und Privatkunden mit einfachen Bankdienstleistungen versorgen. Seit Februar 2022 darf die BPA per Resolution 7/2022 des Banco Central de Cuba als banco universal agieren — sie bietet also nicht mehr nur Sparprodukte, sondern das volle Bankgeschäft.
Der Hauptsitz befindet sich in Havanna, im Stadtteil Miramar. Als Präsident wird Horacio Navas Fernández geführt. Offiziell veröffentlicht die BPA keine aktuellen Bilanzen, wohl aber Teile ihrer Strukturdaten. Laut der kubanischen Enzyklopädie EcuRed betreibt die Bank rund 424 Filialen im ganzen Land und verwaltet über 2,3 Millionen Konten.
Warum BPA die Alltagsbank der Kubaner ist
Anders als die Banco Metropolitano, die sich auf die Hauptstadt konzentriert, ist die BPA in jeder Provinz Kubas präsent — oft auch in kleineren Gemeinden, in denen es keine andere Bank gibt. Einige Zahlen aus der Provinzpresse verdeutlichen das:
- Matanzas: 56 Bankbüros
- Villa Clara: 45 Filialen
- Camagüey: 19 Filialen
- Santiago de Cuba: 15 Filialen, 6 Sparkassen, 4 Bankagenturen, 16 Geldautomaten
- Granma: 18 Filialen und 25 Geschäftsstellen
Deshalb nutzt der kubanische Staat die BPA für Gehaltsauszahlungen an Staatsangestellte, für Renten und für Sozialleistungen. Für Millionen Kubaner ist das BPA-Konto damit die wichtigste Kontoverbindung im Alltag.
Welche Konten bietet die BPA?
Die BPA bietet drei Kontotypen, die für Privatkunden relevant sind:
Konto in CUP (Peso Cubano)
Das Standard-Konto für den kubanischen Alltag. Gehalt, Rente und Sozialleistungen fließen hier ein. Dazu gehören eine Sparbuch-Variante (libreta de ahorro) und ein Girokonto, das mit einer Tarjeta RED bedient wird.
Konto in MLC (Moneda Libremente Convertible)
Das MLC-Konto ist in US-Dollar hinterlegt, das Guthaben wird aber als MLC geführt. Kubaner nutzen es, um in den staatlichen MLC-Geschäften einzukaufen, in denen Produkte verkauft werden, die es im CUP-Handel nicht gibt. Überweisungen aus dem Ausland landen üblicherweise auf einem MLC-Konto und können mit der MLC-Karte verwendet werden.
Termineinlage (Depósito a Plazo Fijo)
Ein klassisches Festgeld-Produkt: Das Geld wird für 3, 6, 12, 24, 36 oder 60 Monate angelegt. Die Mindesteinlage beträgt 100 CUP oder 200 USD. Seit 2024 gibt es eine neue Variante für die Magnetkarte, bei der Teile des Kartenguthabens für 15 bis 90 Tage festgelegt werden können.
BPA-Karten im Überblick
Die BPA gibt mehrere Kartentypen aus. Die wichtigsten sind:
| Karte | Währung | Verwendung |
|---|---|---|
| Tarjeta RED | CUP | Gehalts- und Alltagskarte für Bargeldabhebung und POS-Zahlung im ganzen Land |
| Tarjeta Multibanca | CUP + MLC | Karte, über die ein Kunde mehrere Konten auf einmal verwaltet (Matriz-Karte für Apps) |
| Tarjeta MLC | MLC (USD-gedeckt) | Magnetkarte für Einkäufe in MLC-Tiendas und Empfang internationaler Überweisungen |
Die BPA MLC-Karte ist technisch mit den MLC-Karten von BANDEC und Banco Metropolitano vergleichbar. Alle drei laufen über das nationale Kartennetz RED und werden an denselben Zahlterminals akzeptiert. Für Absender in Europa bedeutet das: Eine Überweisung auf ein BPA-MLC-Konto landet auf der BPA-MLC-Karte des Empfängers und lässt sich dort für Einkäufe einsetzen.
Digitales Banking: Transfermóvil, EnZona und Telebanca
Die kubanische Digitalisierung im Zahlungsverkehr heißt offiziell Bancarización und wird seit 2023 vom Banco Central aktiv gefördert. Die BPA bietet dafür mehrere Kanäle:
- Transfermóvil — die App des Staatsunternehmens ETECSA, die Mobilnummern mit Bankkonten verknüpft. BPA-Kunden benötigen dafür ihre tarjeta matriz und eine einmalige Registrierung. Mit der App können sie Überweisungen ausführen, Strom- und Wasserrechnungen zahlen sowie Guthaben abfragen.
- EnZona — die alternative nationale Bezahlplattform, ebenfalls mit BPA-Karten kompatibel und besonders für QR-Zahlungen verbreitet.
- Telebanca / Banca Remota — der telefonische und webbasierte Zugang zum Konto, mit dem sich Überweisungen zwischen eigenen und fremden Konten ausführen lassen.
- Bancuba-App — eine Informations-App der BPA-Provinzstelle Granma, die Filialstandorte, Zinssätze und Antragsdokumente anzeigt.
Seit 2022 arbeitet die BPA an einem neuen Kernbankensystem namens SABIC.Nef, das zusammen mit der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt wurde. Es soll den Online-Zugriff auf Konten und Karten vereinfachen und die digitalen Services weiter ausbauen.
Transaktionslimits bei der BPA
Seit Januar 2023 gelten in Kuba einheitliche Limits für elektronische Transaktionen, die auch für BPA-Kunden verbindlich sind:
In CUP: 80 000 CUP pro Transaktion und maximal 120 000 CUP pro Monat.
In MLC: 1 000 USD pro Transaktion und maximal 5 000 USD pro Monat.
Wer höhere Beträge bewegen möchte, muss persönlich in eine Filiale und dort eine Erklärung unterschreiben.
Die Limits begründet die kubanische Zentralbank mit Sorgfaltspflichten und Geldwäscheprävention. Für Remittenzen-Empfänger aus dem Ausland gelten die Limits beim Empfang in der Regel nicht — die Bank schreibt die volle Summe gut. Erst bei der Weiterverwendung (Überweisung, Abhebung) greifen die Obergrenzen.
Geld auf ein BPA-Konto überweisen
Die BPA empfängt internationale Überweisungen über den SWIFT-Code BPAHCUHH. Laut EcuRed unterhält die Bank Korrespondenzbeziehungen zu Instituten in Kanada, Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich, darunter die DZ Bank Frankfurt, die Commerzbank und Intesa Sanpaolo.
Für Sie als Absender in Europa gibt es drei praktische Wege:
- Spezialisierte Transferdienste wie Fonmoney. Diese nutzen die MLC-Konten der drei kubanischen Banken und liefern in der Regel innerhalb weniger Tage. Für die meisten Privatkunden ist das der einfachste Weg.
- SWIFT-Überweisung über die eigene Bank direkt an das BPA-Konto. Das funktioniert, setzt aber voraus, dass Ihre Bank einen Korrespondenzweg zu einer kubanischen Bank hat — in der Praxis oft nicht gegeben, weil viele europäische Banken Kuba-Transfers nicht mehr anbieten.
- Anbieter wie Western Union, die seit Mai 2024 wieder MLC-Überweisungen in US-Dollar an BPA-Konten zulassen.
Für die Überweisung benötigen Sie in allen Fällen die MLC-Kontonummer des Empfängers — nicht die Kartennummer. MLC-Kontonummern beginnen mit "05", "06" oder "12", während Kartennummern mit "9" anfangen. Welche Daten Sie für eine Auslandsüberweisung grundsätzlich brauchen, haben wir im Ratgeber Welche Daten braucht Fonmoney von mir, um Geld ins Ausland zu senden? zusammengefasst. Welche Empfängerdaten Sie speziell für Kuba-Überweisungen benötigen, steht unter Welche Daten brauche ich vom Empfänger in Kuba?
BPA und US-Sanktionen: Was erlaubt ist
Ein häufiges Missverständnis: Kuba steht unter US-Embargo, also sind alle kubanischen Banken blockiert. Das stimmt so nicht. Laut einer Analyse der Washington Office on Latin America (WOLA) stehen die drei großen kubanischen Staatsbanken — BPA, BANDEC und Banco Metropolitano — nicht auf der OFAC-SDN-Liste. Die US-Sanktionen richten sich primär gegen das Militärkonglomerat GAESA und die Devisenfirma FINCIMEX, nicht gegen die drei Geschäftsbanken.
Für Absender aus Europa bedeutet das: Überweisungen an BPA-Konten sind rechtlich zulässig, solange sie nicht über sanktionierte Vermittler laufen. Die EU führt die BPA ebenfalls nicht als sanktionsbelegt. In der Praxis bleiben Direkt-Überweisungen aus den USA schwierig, weil US-Banken kaum Korrespondenzbeziehungen nach Kuba pflegen — aus Europa ist der Weg offen.
BPA im Vergleich zu BANDEC und Banco Metropolitano
Kuba hat drei staatliche Universalbanken, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, aber unterschiedliche Schwerpunkte haben:
| Dimension | BPA | BANDEC | Banco Metropolitano |
|---|---|---|---|
| Gründung | 1983 | 1997 | 1996 |
| Abdeckung | Landesweit, 424 Filialen | Landesweit, Schwerpunkt Binnenland | Nur Havanna, 120+ Filialen |
| Kernzielgruppe | Privatkunden, Rentner, Staatsangestellte | Unternehmen, Agrarsektor, Kooperativen | Diplomaten, Auslandskunden, Havanna-Einwohner |
| Besonderheit | Größtes Filialnetz, Sparbank-Tradition | Eigene anonyme USD-Prepaid-Karte | Fokus auf Devisengeschäfte |
Wer Geld nach Kuba schickt, überweist fast immer an eine dieser drei Banken. Welche es konkret ist, hängt vom Empfänger ab: Seine bestehende Bankverbindung gibt den Ausschlag. Einen vertiefenden Überblick finden Sie im Ratgeber Welche kubanische Bank für Ihren Geldtransfer?, und Detailartikel zu den anderen beiden Banken gibt es unter BANDEC Kuba und Banco Metropolitano.
Häufige Fragen zur BPA
Ist mein Geld bei der BPA sicher?
Die BPA ist eine staatliche Bank Kubas und untersteht dem Banco Central de Cuba. Einlagen sind durch die kubanische Einlagensicherung grundsätzlich geschützt. In der Praxis gibt es seit 2024 allerdings Berichte über Liquiditätsengpässe, die vor allem Devisen-Auszahlungen betreffen. Wer MLC-Guthaben in bar abheben möchte, stößt zeitweise auf Limits oder Wartezeiten.
Kann ich aus Europa auf ein BPA-Konto überweisen?
Ja. Der einfachste Weg führt über spezialisierte Transferdienste wie Fonmoney, die direkt mit den MLC-Konten der drei großen Banken arbeiten. Für eine direkte SWIFT-Überweisung brauchen Sie den Code BPAHCUHH plus die MLC-Kontonummer des Empfängers.
Was ist der Unterschied zwischen BPA und BANDEC?
Die BPA ist historisch als Sparbank für Privatkunden entstanden und hat ihren Schwerpunkt bei Gehalts-, Renten- und Sparkonten. Die BANDEC hat ihren Ursprung in der Kredit- und Handelsfinanzierung und ist besonders stark bei Unternehmen, landwirtschaftlichen Genossenschaften und dem Binnenland. In der Praxis bieten beide Banken ähnliche Privatkunden-Produkte an.
Wie lange dauert eine Überweisung auf ein BPA-Konto?
Über spezialisierte Transferdienste kommen Gutschriften üblicherweise innerhalb weniger Tage an. Direkte SWIFT-Überweisungen dauern laut CubaTrámite zwischen 3 und 10 Werktagen, je nach Korrespondenzbank. Western-Union-Überweisungen sind in vielen Fällen taggleich.
Was ist die Tarjeta MLC der BPA?
Die Tarjeta MLC ist eine Magnetkarte, die an ein MLC-Konto gebunden ist. Mit ihr kann der Empfänger in staatlichen MLC-Geschäften einkaufen — dort sind Produkte erhältlich, die es im regulären CUP-Handel nicht gibt. Die Karte ist technisch identisch mit den MLC-Karten von BANDEC und Banco Metropolitano.
Ist die BPA von US-Sanktionen betroffen?
Die BPA steht nicht auf der OFAC-SDN-Liste. Überweisungen aus Europa an BPA-Konten sind rechtlich zulässig. Direkte Transfers aus den USA sind wegen fehlender Korrespondenzbanken in den USA praktisch schwierig, funktionieren aber seit Mai 2024 wieder über Anbieter wie Western Union.
Auf ein BPA-Konto überweisen
Wenn Sie Angehörige in Kuba unterstützen möchten, müssen Sie sich nicht mit SWIFT-Formularen und Korrespondenzbanken herumschlagen. Fonmoney überweist Geld auf BPA-, BANDEC- und Banco-Metropolitano-Konten, ohne dass Sie sich um die technischen Details kümmern müssen. Sie geben die MLC-Kontonummer des Empfängers ein, wählen eine Zahlungsmethode und sehen vor Absenden, wie viel in Kuba ankommt.
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