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Welche kubanische Bank für Ihren Geldtransfer? BPA, BANDEC und Banmet im Vergleich

Update: 20. April 2026

Welche kubanische Bank für Ihren Geldtransfer? BPA, BANDEC und Banmet im Vergleich

Wer Geld nach Kuba schickt, landet fast zwangsläufig bei einer von drei kubanischen Banken: BPA (Banco Popular de Ahorro), BANDEC (Banco de Crédito y Comercio) oder der Banco Metropolitano. Welche davon die richtige ist, hängt weniger von Ihnen als vom Empfänger ab: Seine bestehende Bankverbindung gibt den Ausschlag. Trotzdem lohnt sich der Überblick — denn die drei Banken haben unterschiedliche Schwerpunkte, und nicht jede ist überall präsent.

Dieser Artikel erklärt das kubanische Bankensystem in seinen Grundzügen, stellt die drei Großbanken im Direktvergleich vor und hilft Ihnen zu entscheiden, welche Bank für welchen Zweck passt. Am Ende wissen Sie, worauf Sie bei einer Überweisung aus dem deutschsprachigen Raum achten sollten.

Ein wichtiger Punkt vorweg: Die oft erwähnte FINCIMEX ist keine Bank, sondern ein Devisenunternehmen. Die Unterscheidung klingt technisch, ist aber relevant — denn während die drei Großbanken nicht auf US-Sanktionslisten stehen, tut FINCIMEX es.

Das kubanische Bankensystem im Überblick

Bevor wir zu den drei Banken kommen, lohnt sich eine kurze Einordnung — denn Kuba hat ein eigenwilliges Finanzsystem, das sich nicht mit dem deutschen oder österreichischen vergleichen lässt.

An der Spitze steht der Banco Central de Cuba (BCC). Er ist die Zentralbank, beaufsichtigt das gesamte Bankensystem und gibt die Regulierung vor. Privatkundengeschäfte betreibt er nicht.

Darunter gibt es drei staatliche Universalbanken, die Privatkunden und Unternehmen betreuen: BPA, BANDEC und Banco Metropolitano. Alle drei sind im SWIFT-Netzwerk angebunden, alle geben MLC-Karten aus, alle empfangen internationale Überweisungen. Ihre Unterschiede liegen in der geografischen Abdeckung und im Kundenfokus.

Daneben existieren Akteure, die oft mit Banken verwechselt werden, aber keine sind:

Akteur Rolle Privatkunden?
Banco Central de Cuba (BCC) Zentralbank, Aufsicht Nein
BPA (Banco Popular de Ahorro) Universalbank, Sparbank-Tradition Ja
BANDEC (Banco de Crédito y Comercio) Universalbank, Kredit und Handel Ja
Banco Metropolitano (Banmet) Universalbank, Havanna und Devisen Ja, nur in Havanna
FINCIMEX Devisenfirma (gehört zu GAESA), gibt AIS-Karten und Tarjeta Clásica aus Indirekt über Karten
CADECA Wechselstuben Ja, für Bargeldwechsel

Die drei Großbanken im Steckbrief

Hier die Kurzfassung jeder Bank. Für die Tiefe verweisen wir am Ende jedes Abschnitts auf den entsprechenden Detail-Artikel.

BPA — Banco Popular de Ahorro

Gegründet am 18. Mai 1983, seit 2022 mit Status als Universalbank. Mit rund 424 Filialen im ganzen Land betreibt die BPA das dichteste Filialnetz Kubas und verwaltet über 2,3 Millionen Konten. Ihre Rolle ist klassisch: Gehalt, Rente und Sozialleistungen laufen für die meisten Kubaner über ein BPA-Konto. Kurz gesagt: die Bank der kubanischen Familie, landesweit präsent, besonders in kleinen Städten oft die einzige Option.

Mehr zur BPA im Detail-Artikel

BANDEC — Banco de Crédito y Comercio

Gegründet am 12. November 1997. Mit über 200 Filialen ist die BANDEC ebenfalls landesweit präsent, ihr Schwerpunkt liegt aber im Binnenland und in der Agrarwirtschaft: Über 70 Prozent des Kreditportfolios fließen in landwirtschaftliche Projekte, mehr als 50.000 Agrarkunden werden betreut. Die Besonderheit: Die BANDEC gibt als einzige der drei Banken eine anonyme USD-Prepaid-Karte aus. Wer in Kuba bezahlen können will, ohne ein Bankkonto zu eröffnen, wird hier fündig.

Mehr zur BANDEC im Detail-Artikel

Banco Metropolitano (Banmet)

Gegründet am 19. März 1996. Die Banmet ist die einzige der drei Großbanken, die ausschließlich in Havanna arbeitet. Über 120 Filialen verteilen sich auf die 15 Municipios der Hauptstadt. Ihre Spezialität sind Devisengeschäfte, Diplomaten, Joint Ventures und Havanna-Einwohner mit MLC-Bedarf. Wer außerhalb der Provinz La Habana wohnt, kann kein Banmet-Konto eröffnen.

Mehr zur Banco Metropolitano im Detail-Artikel

Direktvergleich: BPA, BANDEC und Banco Metropolitano

Dimension BPA BANDEC Banco Metropolitano
Gründung 1983 1997 1996
Filialen ~424 landesweit 200+ landesweit 120+ nur in Havanna
Kunden / Konten 2,3 Mio. Konten k.A. 1+ Mio. Kunden
Hauptzielgruppe Privatkunden, Rentner, Staatsangestellte Unternehmen, Agrar, MiPymes Diplomaten, Auslandskunden, Havanna-Einwohner
MLC-Karte Ja Ja Ja
Anonyme Prepaid-Karte Nein Ja Nein
SWIFT-Code BPAHCUHH BDCRCUHH BMNBCUHH
OFAC-SDN-Liste Nein Nein Nein
Online-Banking Telebanca, Transfermóvil, EnZona Virtual-BANDEC, Transfermóvil, EnZona Metropolitano en Línea, Banmet-App
Alleinstellung Größtes Filialnetz, Sparbank-Tradition USD-Prepaid-Karte + Agrarprofil Devisenfokus + Hauptstadt-Spezialisierung

Welche Bank für welchen Zweck?

Die wichtigste Faustregel: Sie wählen nicht Ihre Bank in Kuba. Ihr Empfänger hat bereits ein Konto bei einer der drei Banken — genau diese Bank ist die richtige. Und wenn der Empfänger noch kein Konto hat, entscheidet meist die Frage, welche Bank in seiner Nähe ist.

Vier typische Szenarien:

Der Empfänger lebt in Havanna

Die wahrscheinlichste Bank ist die Banco Metropolitano. Sie deckt alle 15 Municipios der Hauptstadt mit über 120 Filialen ab. Wer in Havanna wohnt und ein Konto braucht, geht fast immer zur Banmet. Für Privatkunden ohne MLC-Bedarf ist auch die BPA in Havanna präsent — nur die BANDEC hat dort deutlich weniger Filialen, weil sie 2004 einen Großteil ihrer Havanna-Standorte an die Banmet abgegeben hat.

Der Empfänger lebt außerhalb Havannas

Banco Metropolitano fällt weg — sie hat keine Filialen außerhalb der Hauptstadt. Die wahrscheinlichste Bank ist die BPA, weil sie mit rund 424 Filialen in jeder Provinz vertreten ist, oft auch in kleinen Gemeinden. Daneben kommt die BANDEC häufig vor, vor allem bei Landwirten, Selbstständigen und kleinen Privatunternehmen.

Der Empfänger braucht kein Konto, nur eine Karte

Hier kommt die BANDEC Prepaid Card ins Spiel — eine anonyme USD-Karte, die ohne Kontoeröffnung erhältlich ist. Sie kostet 4 USD bei Ausstellung, ist 5 Jahre gültig und lässt sich in ganz Kuba zum Bezahlen nutzen. Alternativ gibt es die AIS-Karte und die Tarjeta Clásica über FINCIMEX — zu beiden gleich mehr.

Der Empfänger bekommt Rente oder Gehalt vom Staat

Fast immer BPA. Die meisten staatlichen Bezüge in Kuba laufen über die BPA, vor allem Gehälter von Staatsangestellten und Rentenzahlungen. Eine Ausnahme bildet die BANDEC bei Bezügen aus landwirtschaftlichen Kooperativen.

Was ist mit FINCIMEX, AIS und Tarjeta Clásica?

Viele User suchen nach FINCIMEX, weil sie es für eine Bank halten. Das ist sie nicht. FINCIMEX ist ein Devisenunternehmen, das zum Militärkonglomerat GAESA gehört. Sie gibt zwei Kartenprodukte heraus, die für Geldempfang aus dem Ausland wichtig sind:

  • AIS-Karte (Aktiv-Investment-Saldo) — eine MLC- oder USD-Karte, die oft für Remittenzen genutzt wird.
  • Tarjeta Clásica — eine USD-Prepaid-Karte, die über CIMEX-Geschäfte verwendet wird.

Der entscheidende Unterschied zu BPA, BANDEC und Banmet: FINCIMEX steht auf der OFAC-SDN-Liste. Transfers aus den USA an FINCIMEX-Produkte sind dadurch stark eingeschränkt. Aus Europa funktionieren die Überweisungen weiterhin, sie laufen aber über andere Kanäle als bei den drei Großbanken.

Häufige Verwechslung:
FINCIMEX ist keine Bank, sondern ein Devisendienstleister. Wenn Ihr Empfänger eine AIS-Karte oder eine Tarjeta Clásica hat, läuft die Karte über FINCIMEX, nicht über BPA, BANDEC oder Banco Metropolitano. Die drei Banken geben ihre eigenen MLC-Karten aus, die ohne FINCIMEX funktionieren.

Geld aus dem deutschsprachigen Raum an eine kubanische Bank

Aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben Sie drei praktische Wege, um Geld auf ein MLC-Konto bei BPA, BANDEC oder Banco Metropolitano zu senden:

  1. Transferdienste wie Fonmoney — arbeiten direkt mit den MLC-Konten der drei Großbanken. Sie geben die MLC-Kontonummer ein, wählen eine Zahlungsmethode und sehen den Ankunftsbetrag, bevor Sie absenden. Gutschrift meist in wenigen Tagen.
  2. SWIFT-Überweisung über die eigene Bank. Die drei SWIFT-Codes: BPAHCUHH (BPA), BDCRCUHH (BANDEC), BMNBCUHH (Banco Metropolitano). Funktioniert, setzt aber voraus, dass Ihre Bank einen Korrespondenzweg zu einer kubanischen Bank hat. Viele Banken im deutschsprachigen Raum bieten Kuba-Transfers nicht mehr an.
  3. Western Union — seit 2023/2024 wieder MLC-Überweisungen an alle drei Banken, in der Pilotphase bis zu 2 000 USD pro Tag. Oft taggleiche Gutschrift.

In allen Fällen brauchen Sie die MLC-Kontonummer des Empfängers — nicht die Kartennummer. Welche weiteren Daten auf Absender- und Empfängerseite benötigt werden, erklären die Ratgeber Welche Daten braucht Fonmoney von mir, um Geld ins Ausland zu senden? und Welche Daten brauche ich vom Empfänger in Kuba?.

US-Sanktionen und das kubanische Bankensystem

Ein häufiger Irrtum: Weil Kuba unter US-Embargo steht, seien alle kubanischen Banken gesperrt. Das trifft so nicht zu. Laut Analyse der Washington Office on Latin America (WOLA) und Berichten des Miami Herald stehen BPA, BANDEC und Banco Metropolitano nicht auf der OFAC-SDN-Liste. Die US-Sanktionen richten sich primär gegen das Militärkonglomerat GAESA und die Devisenfirma FINCIMEX.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Aus Europa sind Überweisungen an die drei Großbanken rechtlich zulässig
  • Die EU hat keine Sanktionen gegen die drei Banken
  • Kubanische Banken dürfen aber keine direkten Korrespondenzkonten in den USA halten
  • Zahlungen aus den USA laufen daher über Drittstaatenbanken in Europa oder Kanada
  • Seit Mai 2024 überweist Western Union wieder MLC-USD an alle drei Banken

Aktuelle Lage 2024-2026

Wer heute Geld nach Kuba schickt, sollte ein realistisches Bild der Situation haben. Die letzten zwei Jahre waren für das kubanische Bankensystem herausfordernd:

Bancarización und neue Limits. Seit 2023 fördert die kubanische Regierung den digitalen Zahlungsverkehr aktiv. Folge davon sind einheitliche Limits für elektronische Transaktionen: 80 000 CUP pro Vorgang und maximal 120 000 CUP pro Monat, in MLC 1 000 USD pro Vorgang und 5 000 USD pro Monat. Wer höhere Beträge bewegen möchte, muss persönlich in die Filiale und eine Erklärung unterschreiben. Beim Empfang internationaler Überweisungen gelten diese Limits in der Regel nicht — die Bank schreibt die volle Summe gut.

Liquiditätsprobleme. Medien wie Havana Times und El Toque dokumentieren seit 2024 Engpässe bei Devisen-Auszahlungen. Kunden mit MLC- oder USD-Guthaben stoßen zeitweise auf Limits und Wartezeiten. Das betrifft primär Bargeld-Abhebungen, nicht den Kontoempfang. Nach Nutzerberichten sind Auszahlungen teils auf 100 USD pro Person begrenzt — eine dokumentierte Realität an Schaltern, aber keine offizielle Bankpolitik.

Bargeldkrise an Geldautomaten. Im Juni 2025 berichtete Havana Times über Abhebelimits in Havanna: teils nur 2 000 bis 5 000 Pesos pro Person — umgerechnet rund 5 bis 13 USD. Viele Automaten sind am Vormittag bereits leer. Banken reagieren mit Digitalisierung: Die Banco Metropolitano hat im März 2025 Papierquittungen abgeschafft, alle drei Banken pushen Transfermóvil, EnZona und eigene Apps.

Remittenzen-Update April 2026. Seit Anfang April 2026 können Empfänger Remittenzen auch als US-Dollar in bar über CADECA-Filialen abholen — eine Initiative von FINCIMEX. Viele Details bleiben laut CiberCuba unklar, aber die Option erweitert das Spektrum der Empfangswege.

Diese Probleme sind real, betreffen aber primär Bargeld-Auszahlungen auf kubanischer Seite. Auslandsüberweisungen auf MLC-Konten kommen weiterhin an und lassen sich in MLC-Geschäften verwenden.

Häufige Fragen zu den kubanischen Banken

Wie viele Banken gibt es in Kuba?

Es gibt drei staatliche Universalbanken, die für Privatkundengeschäfte relevant sind: BPA (Banco Popular de Ahorro), BANDEC (Banco de Crédito y Comercio) und Banco Metropolitano. Daneben existieren spezialisierte Devisendienstleister wie FINCIMEX und Wechselstuben (CADECA), die aber keine Banken im klassischen Sinn sind.

Welche Bank ist die beste für Geldtransfers nach Kuba?

"Die beste" gibt es nicht — entscheidend ist, bei welcher Bank Ihr Empfänger ein Konto hat. Alle drei Großbanken empfangen internationale Überweisungen über SWIFT und stellen MLC-Karten aus. Wer in Havanna lebt, hat oft ein Banmet-Konto; auf dem Land überwiegen BPA und BANDEC.

Was ist der Unterschied zwischen BPA und BANDEC?

Die BPA ist historisch die Sparbank Kubas mit Schwerpunkt auf Privatkunden, Renten und Gehaltskonten. Die BANDEC entstand zur Kredit- und Handelsfinanzierung und hat eine starke Position im Agrarsektor und bei Unternehmen. In der Praxis bieten beide ähnliche Privatkunden-Produkte. Die BANDEC hat aber zusätzlich eine eigene anonyme USD-Prepaid-Karte, die es bei der BPA nicht gibt.

Sind kubanische Banken sicher?

Die drei großen Banken sind staatlich und unterliegen der Aufsicht des Banco Central de Cuba. Einlagen sind grundsätzlich durch die kubanische Einlagensicherung geschützt. In der Praxis gibt es seit 2024 Berichte über Engpässe bei Devisen-Auszahlungen — das betrifft aber primär Bargeld in USD, nicht Kontoguthaben.

Was ist FINCIMEX und gehört es zu den Banken?

FINCIMEX (Financiera CIMEX) ist keine Bank, sondern ein Devisenunternehmen, das zum kubanischen Militärkonglomerat GAESA gehört. FINCIMEX gibt unter anderem die AIS-Karte und die Tarjeta Clásica heraus, die für Geldempfang aus dem Ausland genutzt werden. Anders als die drei Großbanken steht FINCIMEX auf der OFAC-SDN-Liste.

Kann ich aus Europa direkt an eine kubanische Bank überweisen?

Ja, theoretisch über SWIFT — praktisch ist es einfacher über Transferdienste wie Fonmoney, die direkt mit den MLC-Konten der drei Großbanken arbeiten. Direkte SWIFT-Überweisungen funktionieren, dauern aber 3 bis 10 Werktage und werden von vielen Banken im deutschsprachigen Raum nicht mehr unterstützt.

Geld nach Kuba überweisen: Der einfachste Weg

Egal ob BPA, BANDEC oder Banco Metropolitano — Fonmoney überweist auf die MLC-Konten aller drei Banken. Sie geben die Kontonummer des Empfängers ein, wählen eine Zahlungsmethode und sehen vor Absenden, wie viel in Kuba ankommt. Kein SWIFT-Formular, keine Suche nach Korrespondenzbanken, keine Rückfragen der Hausbank.

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